Die Gemeinde Laives konzentriert sich verstärkt auf die Verbesserung der Familiensituation, indem sie administrative Planungsmaßnahmen umsetzt, Zugangsbarrieren zu Unterstützungsleistungen abbaut und einer Entwicklung entgegenwirkt, die die Bedürftigsten auszugrenzen drohte. Zu diesem Zweck hat die Gemeinde Laives eine umfassende Überarbeitung der Kriterien für den Bezug der „Familienkarte“ bekannt gegeben. Diese Karte ist ein Instrument zur Unterstützung von Familien mit drei oder mehr Kindern (und anderen Familien) im Alltag.
Die zentrale Änderung betrifft die Anhebung der Schwelle der letzten VSE-Stufe (VSE = Valore della Situazione Economica / Wert der wirtschaftlichen Lage), die offiziell von 2,11 auf 2,8 angehoben wird. Diese bewusste technische Entscheidung erweitert den Kreis der Leistungsberechtigten innerhalb der Gemeinde erheblich und schließt nun auch Haushalte mit mittlerem Einkommen ein, die bisher von den Leistungen ausgeschlossen waren.
Die soziale Kehrtwende
Die politische und soziale Bedeutung dieser Maßnahme erläutert die Stadträtin für Soziales und Familie, Debora Pasquazzo:
„Vom ersten Tag meines Mandats an wollte ich unserer Gemeinschaft eine klare und spürbare Botschaft senden: Die Institutionen müssen ein verlässlicher Partner für all jene sein, die den Alltag bewältigen müssen. Bei der Analyse der Daten zur Entwicklung der Family Card in unserer Gemeinde hat sich gezeigt, dass sich die Zahl der Begünstigten in den letzten Jahren schrittweise halbiert hat – von rund 120 auf nur noch 60 Haushalte. Dieser Rückgang ist auf frühere Entscheidungen zurückzuführen, die im Bemühen um Kostensenkung letztlich zu einer Verschärfung der Anspruchsvoraussetzungen führten und dadurch zu viele Bürgerinnen und Bürger von konkreter Unterstützung ausschlossen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass der Gemeindehaushalt den Menschen dienen und nicht die Solidarität einschränken sollte. Unsere Priorität ist nicht das Sparen um des Sparens willen, sondern das Wohl der Familien wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Wir haben den Kurs umgekehrt, um die Maßnahme zu stärken und an die realen Bedürfnisse von heute anzupassen.“
Die Auswirkungen auf die Schulmensa, ein unverzichtbarer Dienst
Die Erweiterung der Family-Card-Parameter beschränkt sich nicht nur auf Vergünstigungen beim Einkauf, sondern wirkt sich direkt auf die laufenden Kosten aus, die Familien am stärksten spüren – beginnend beim Schulmensadienst.
Hierzu äußert sich der Schulstadtrat Walter Landi, der die Bedeutung der Maßnahme im Bildungs- und Logistikbereich hervorhebt:
„Ich habe zu dieser Reform aus voller Überzeugung beigetragen und ihr zugestimmt“, erklärt der zuständige Schulstadtrat. „Es ist uns gelungen, die Tarife völlig unverändert zu beizubehalten. Dank der Neuordnung auf Basis der VSE-Stufen werden wir jedoch in der Lage sein, einer spürbar größeren Anzahl von Familien entgegenzukommen und so für mehr Gerechtigkeit und Schutz zu sorgen – bei einer äußerst nachhaltigen Auswirkung auf den Gemeindehaushalt.“
Ein aktives lokales Netzwerk
Der Erfolg della Family Card basiert auch auf der Zusammenarbeit mit der lokalen Wirtschaft. Stadträtin Pasquazzo sprach den Wirtschaftspartnern ihren aufrichtigen Dank aus:
„All dies wäre ohne die außerordentliche Resonanz unseres Wirtschafts- und Sozialgefüges nicht möglich. Ich danke allen Ladeninhabern, Kaufleuten und lokalen Vereinen von ganzem Herzen, die an dieses Projekt glauben und Rabatte sowie Vergünstigungen gewähren. Unser Wunsch ist es, dieses Solidaritätsnetzwerk weiter auszubauen: Ich lade alle Wirtschaftstreibenden des Sektors, die beitreten möchten, dazu ein, sich per E-Mail (allgemeine.dienste@gemeinde.leifers.bz.it) an die zuständigen Ämter der Gemeinde zu wenden.“